Es geschah am 19. September 1991 als ein deutsches Ehepaar beim Abstieg ihrer
Bergwanderung beschloss den markierten Weg zu verlassen, um so eine Abkürzung
zur Schutzhütte Similaun zu nehmen. Plötzlich stießen sie an einen mumifizierten
Körper, der halb aus dem Eis ragte. Sie machten ein Foto und bei der Ankunft
in der Schutzhütte, benachrichtigten sie den Besitzer über den eigenartigen
Fund.
An diesem Abend konnte das Ehepaar noch nicht ahnen, dass ihre Entscheidung,
den markierten Weg zu verlassen, zu einer der größten historischen Entdeckungen
führen wird: eine Mumie, aus der Kupferzeit stammend. In den darauf folgenden
Stunden überschlugen sich die Ereignisse: Einige hielten ihn für einen Musikanten
aus Emilia, welcher in den 30er Jahren verschwunden war, andere hielten ihn
für einen Söldner von Friedrich IV., einige wiederum meinten es könnte ein
Soldaten aus dem 1.Weltkrieg sein. Als man jedoch die verschiedenen Beifunde
genauer zu untersuchen begann, wurde man sich langsam bewußt, dass hier ein
außerordentlicher Fund vorlag.
Vielleicht starb der Mann viel früher, als die Archäologen es anfänglich vermuteten.
Nun begann der Wettlauf mit der Zeit, denn man musste den wertvollen Fund
bergen, bevor die Schneefälle einsetzten. In den folgenden Monaten lieferten
verschiedene Universitäten die Resultate der ersten Laboranalysen: Dieser
Mensch hat zwischen 3.350 und 3.100 v.Ch. gelebt!
Diese Aussage verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Welt und innerhalb
kürzester Zeit wurde das Schnalstal ein obligatorisches Ziel für eine Unzahl
an Journalisten und Neugierigen. Die Entdeckung der Mumie erregte natürlich
auch das Interesse der Forscher und der Archäologen, denn noch nie zuvor wurde
eine Mumie aus der Kupferzeit mit so reicher und intakter Ausstattung gefunden.
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